Das Installationskonzept Digital Fragments

- eine immersive interaktive Mixed-Reality-Installation.

Digital Fragments ist eine Fusion von Körper, Klang und Raum die an der Überschneidung von Kunst, Design und Technologie einen spielerischen Dialog zwischen dem Besucher und dem System provoziert.

Es wird ein Erlebnis kreiert, das auf Interaktion aufbaut und physikalische und digitale Informationen und Prozesse kombiniert, um eine besondere digitale Ästhetik zu generieren. Der Dialog, der durch die Handlungen der Akteure zwischen Körper und Raum entsteht, wird in digitale Informationen übersetzt und beeinflusst damit die Ästhetik des Mixed-Reality-Raumes. In der interaktiven Installation bewegt sich der Besucher zwischen digitalen Fragmenten vorheriger Interakteure und kann im Sinne einer Überschneidung des Realraums und des künstlerischen Informationsraums durch intuitives Erforschen und Interagieren den Prozess der Bildschaffung aktiv mitbestimmen und steuern. Sein Körper dient ihm als performatives Werkzeug.

Die Installation erlaubt es, das Kunstwerk zu betreten und eine navigierende, aktiv den Raum erkundende Position einzunehmen. Der passive Betrachter wird zu einem konstruktiven, produzierenden und richtungsweisenden Teilnehmer, wobei ihm dabei die Technologie als Erweiterung seines persönlichen Raumes und seiner Körperaktionen dient. Die Installation positioniert sich zwischen Realem und Virtuellem, zwischen Präsenz und Präsentation. Das Resultat ist eine kollektive Kreation, die sich in konstanter Veränderung befindet, wobei das Regelwerk bereitgestellt wird, in dessen Möglichkeiten sich der Besucher ausprobieren kann.

Die Installation setzt sich zum Ziel, einen Interaktionsraum im Kontext der neuen Medienkunst zu eröffnen, in dem ein Verständnis für die Rolle und Signifikanz des Interface, des Körpers sowie des Mixed-Reality-Raumes erlangt werden soll. Sie basiert auf der Wechselbeziehung von Design, Technologie, Wissenschaft und Kunst und diskutiert deren gegenseitige Beeinflussung. Die Arbeit steht in einem ausgesprochen interdisziplinären Kontext.

Zur Teilung und Gliederung der Theorie und Praxis

Das Kooperationsformat von Digital Fragments erfordert eine klare Teilung der Erarbeitung des Inhaltes in einen praktischen Teil und einen prozessbegleitenden Theorieteil.

Da sich der kollaborative praktische Umsetzungsprozess und die entstehende interaktive Installation deutlich von den theoretischen Erläuterungen abheben sollen, die allein der Masterarbeit in europäischer Medienwissenschaft zuzuschreiben sind, liegt es nahe, dies schon durch den grafischen Aufbau der Arbeit zu kommunizieren. Die Gliederung der vorliegenden Arbeit orientiert sich an der Struktur der Projekt-Homepage von Digital Fragments und versucht diese im Rahmen des Möglichen in das Printformat zu übertragen.

Die Vorgehensweise zur praktischen Installationsumsetzung, von der Technikanschaffung über die Suche nach und der Vorstellung von einem Projektpartner, einem Arbeitsraum und einer Ausstellungsfläche, bis hin zum Endspurt der Programmierphase und Veranstaltungsvorbereitung, wurde im Blogformat dokumentarisch begleitet.

Der prozessbegleitende Theorieteil wurde in die drei Abschnitte PRÄ, PARA und POST gegliedert, welche jeweils während der Phasen der Konzeption, Implementierung und Ausstellung Begrifflichkeiten klären, Beobachtungen und Gedanken zu dem jeweiligen Prozess thematisieren und zu guter Letzt sich aufdrängende kritische Aspekte diskutieren. Während der Konzeptionierungsphase wurde auch eine Liste traditioneller Medienkünstler erstellt, die auf die eine oder andere Weise fundamentale Pionierarbeit für die Installation Digital Fragments geleistet haben. Diese Kurzbeschreibungen wurden vor allem mit dem Augenmerk auf die angewandten Interaktionsmodalitäten und Schnittstellengestaltungen ausgearbeitet.

In der expliziten Formatwahl der Homepage drückt sich die Bemühung aus, im Kontext eines Studiums der Medienwissenschaften eine andere Medialität als die eines linearen Buches bzw. einer herkömmlichen schriftlichen Arbeit anzuwenden. Das Experimentieren mit dem Format gilt hier als eine gewollte Herausforderung. Das klassische Format der schriftlichen Theoriearbeit wurde aufgebrochen und sowohl inhaltlich als auch strukturell so nahe wie möglich an das der praktischen Arbeit angepasst. Hier versuche ich, durch die Gestaltung des Blogformates dem Fragmentarischen der praktischen Arbeit auch im theoretischen Teil gerecht zu werden. Ebenso provoziert die Formatauswahl, die sich kontinuierlich verbreitende fragmentarische Schriftlichkeit, die sich in Zeiten von Hyperlink und Social-Media aufdrängt, in die Arbeit aufzunehmen.

Die sprachliche Zweiteilung der Arbeit rührt daher, dass Konzept, Prozessbegleitung sowie Inspirationsbeispiele einem internationalen Publikum zugänglich gemacht und daher in englischer Sprache verfasst wurden, wohingegen die theoretischen Texte in deutscher Sprache kommuniziert werden, was einerseits in meinem persönlichen Interesse liegt, andererseits auch das Abgabeformat an der Universität Potsdam einfordert.